Optimized Indexing:
Quantitative Investment-Modelle
Indices wie der DAX oder der EURO STOXX 50 wurden zu Informationszwecken geschaffen. Sie haben längst einen Investment-Charakter, da deren Wertentwicklungen über innovative Finanzinstrumente wie Index-Fonds und -Zertifikate selbst in kleinen Anlagedepots widergespiegelt werden können.Große Finanzvolumina werden in diese Indices investiert. Allein in Fonds, die den US-amerikanischen S&P 500 Index direkt abbilden, waren Anfang 2010 rund 915 Mrd. US-Dollar investiert.
Auch hierzulande werden diese Index-Investments in zunehmendem Maße von Finanzanlegern zur Renditeoptimierung nachgefragt.
Allerdings können auch diese unter strukturellen Defiziten leiden. So greifen die meisten traditionellen Aktienindices bei der Auswahl und Gewichtung der enthaltenen Un-ternehmen auf das Kriterium der Marktkapitalisierung zurück – mit dem Ergebnis, dass überproportionale Kursanstiege das Gewicht einer Aktie noch erhöhen und spekulative Exzesse (Beispiele: New Economy Bubble 2000, Volkswagen 2008) zu einer erheblichen Verzerrung des Indexes führen. Darüber hinaus weisen viele Indices Konzentrationsrisiken auf.
Im Forschungsfeld „Optimized Indexing / Quantiative Investment-Modelle“ analysiert das dips bestehende Indices im Hinblick auf Aspekte wie Risikostreuung und Marktrepräsentativität. Gleichzeitig werden Alternativmodelle zu klassischen Index-Konzepten untersucht und modellhafte Entwicklungen dargestellt, beschrieben und analysiert – etwa unter dem Aspekt der Zusammensetzung von Indices nach fundamentalen Kennzahlen (Kurs/Gewinn-Verhältnis, Dividendenrendite, Eigenkapitalquote), nach technischen Kriterien (Trendstärke, Momentum) oder nach Korrelationseigenschaften. Das dips versucht, Gesetzmäßigkeiten zu erforschen, die zu ei-ner Verbesserung mathematisch basierter Einschätzungen von Einflußfaktoren führen, die damit zukünftiger Entwicklungen von Finanzinvestitionen beschreibbarer werden lassen.