Wechselbeziehungen zwischen
Corporate Finance und Asset Management

Ausgerechnet die beiden wichtigsten Asset-Klassen – Aktien und Anleihen – haben ein zweidimensionales Profil: Anders als Verbriefungen wie Fonds, Zertifikate oder Versicherungen sind sie nicht nur Finanzprodukte, sondern gleichzeitig zentrale Instrumente der Unternehmensfinanzierung.

Die Emission von Aktien, Unternehmensanleihen oder hybriden Kapitalmarktinstrumenten bewegt sich mithin stets im Spannungsfeld zwischen Corporate Finance und Asset Management. Die Interessen des Unternehmens müssen mit den Bedürfnissen der Investoren in Einklang gebracht werden. Je nach Marktumfeld kann darin erhebliches Konfliktpotential liegen: Wird etwa ein Unternehmen an der Börse, die häufig auf Kenngrößen wie Kurs/Gewinn-, Kurs/Umsatz- oder Kurs/Buchwert-Verhältnis blickt, deutlich niedriger bewertet als im Rahmen eines finanzwirtschaftlichen Discounted Cashflow-Modells (DCF), erscheint eine Kapitalerhöhung wenig sinnvoll – schließlich kann für die neuen Aktien nur ein unter dem tatsächlichen Wert liegender Erlös erzielt werden.

Im Forschungsfeld „Corporate Finance“ untersucht das dips mit wissenschaftlichen Methoden, wie sich strategische Entscheidungen zur Unternehmensfinanzierung auf die Performance des Unternehmens am Kapitalmarkt auswirken. Außerdem wird gemeinsam mit der DSW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. eine Studie zur Dividendenpolitik europäischer Aktiengesellschaften erarbeitet. Weitere Projekte beschäftigen sich mit der Frage, wie Analystencoverage, Eigentümerstruktur oder die Ankündigung bestimmter Kapitalmaßnahmen die Wahrnehmung eines Unternehmens durch die Investoren beeinflussen. Überdies analysiert das dips, welche Multiples und Bewertungsverfahren an der Börse und für nicht börsennotierte Unternehmen einer besonderen Aufmerksamkeit unterliegen.